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Kommentar: 02. 06. 2018: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
Europa ist endgültig am Scheideweg angelangt!



Vorab, es fällt mir schwer, die Zukunft Europas in einem positiven Licht zu sehen. Wie auch, wenn mit dieser „Führungsschicht“ in den Regierungsämtern, den europäischen Nationalparlamenten, dem Europaparlament, der EU kein „Staat“ zu machen ist, da deren intellektueller Horizont nur in Legislaturperioden zu messen ist und deren unerträgliche Mittelmäßigkeit auf den politischen Nachwuchs abfärbt, dem folglich die Worte nebst innerer Einstellung wie „Niveau“ und „Verantwortung“, da nie vorgelebt, fremd ist. Mittlerweile treten die politischen Fehler immer drängender zutage, werden für alle Bürger zunehmend sichtbarer und kostenträchtig, die „Kaiser immer nackter“, doch es wird mithilfe der Medien, die immer noch mitspielen alles getan, Logik und Objektivität zu vernichten, um Erkenntnisgewinne von den Wahlurnen fernzuhalten, wobei wir wieder bei den intellektuellen Horizonten angelangt sind!

Wie schon oft erwähnt, kann man die europäische Entwicklung nur noch eingebettet in einer sich drastisch verändernden Weltlage sehen, in der die europäischen Handlungsoptionen durch selbst geschaffene Schuldenprobleme nebst nationalen Egoismen förmlich erstarren. Während sich die Vereinigten Staaten weltweit auf ihre nationalen Interessen (Amerika First) besinnen, strategisch weltweit denken und ihre unipolare Machtposition zu behaupten versuchen, betreiben die europäischen Staaten beständig Nabelschau, kreisen um sich selbst mit einem nostalgischen Blick auf die Sicherheiten vergangener Jahrzehnte, die sie gerne mit dem ehemaligen Garanten für militärische Sicherheit USA in die Gegenwart transferieren möchten. Europa hängt immer noch einer Vollkaskomentalität hinterher, die es aber innerhalb des NATO-Verbunds nie mit angemessenen Mitgliederbeiträgen ausstatten wollte! Doch die USA garantieren nichts mehr!

Dabei wird völlig übersehen, dass Europa für die USA in Wirklichkeit nur noch von marginalem Interesse ist, da China mit seinen Innovationen, Forschungen und Wirtschaftskraft, gepaart mit einer nicht mehr zu ignorierenden militärischen Stärke der eigentliche Konkurrent in Forschung, strategischer, wie auch wirtschaftlicher Hinsicht ist und zudem auch noch auf 3 Billionen Dollar sitzt, die Druck auf US-Übermut, Kraftmeierei und Begehrlichkeiten ausüben.

Außerdem bauen die Chinesen mit ihren ungeheuren Dollar-Kapitalreserven ihre neue Seidenstraße aus, die bis nach Duisburg reicht, die zu Innovationen in denjenigen Ländern führt, die sich diesem Projekt anschließen, welches sich der Kontrolle und Sperrung durch die allmächtige US-Flotte entzieht. Russland als Energielieferant mit einer schlagkräftigen, modernisierten atomaren Militärmaschinerie ist ebenfalls unangreifbar und versucht mit China den Petrodollar, die Machtbasis der USA auszuhebeln. Im Gegenzug versuchen die USA alles, um Russlands Geldquelle Energie abzuwürgen, indem z. B. die neue Pipeline Nordstream 2 verhindert werden soll. Europa soll sich gefälligst in Energieabhängigkeiten zu den USA begeben, ansonsten drohen Sanktionen oder Zölle! Nichts ist diesem US-Präsidenten noch heilig. Er droht Freunden mit der protektionistischen Zollkeule! Doch neue Töne vom „Großen Bruder“ jenseits des Atlantiks erfordern auch neue Töne aus Europa, dem noch immer größten Wirtschaftsraum der Erde. Zu diesen neuen Tönen müsste es aber auch einmal gehören, anzuerkennen, dass Europa wesentlich höhere Zölle auf US Waren legt als umgekehrt.

Doch nach wie vor ist die militärische Kraft der USA mit einem Militärbudget von ca. 650 Milliarden Dollar ungebrochen und die Dominanz des Dollars als Weltleit(d)währung ebenfalls. Deshalb gelten viele Maßnahmen der Russen wie auch Chinas der Unterminierung des Petrodollars, der jenseits amerikanischer Wirtschaftskraft ein Perpetuum mobile des Geldschöpfens der USA ist, die mit diesem ihre gewaltige Militärmaschinerie finanzieren, da die US Wirtschaftskraft alleine nicht 650 Milliarden Dollar bereitstellen kann. Jenseits der US Wirtschaftskraft werden so Unmengen Dollars aus dem Nichts geschaffen, da alle Staaten der Welt bislang ihre Ölrechnungen in Dollar bezahlen müssen. Jeder Staat, der sich diesem Diktat verweigerte, wurde mit Krieg überzogen. Irak, Libyen, Iran, Syrien sind Beispiele dafür.

Die Welt sortiert sich gerade in atemberaubender Geschwindigkeit neu und alle Protagonisten des Weltgeschehens müssen sich in Stellung bringen. Nur Europa träumt und träumt in der Nostalgie vergangener Zeiten, in denen der Westen, die USA und Europa der Welt vorgaben, was Recht und Ordnung sei und was zu tun war.

Mit schier unglaublicher Brutalität zeigen die USA mit ihrem Elefanten im diplomatischen Porzellanladen, Präsident Trump den Europäern einzeln auf, wie gering er sie in Wirklichkeit schätzt. Die Besuche von Präsident Macron und der Kanzlerin Merkel, sowie letztens der Besuch von dem immer etwas seltsam linkisch erscheinenden deutschen Außenminister Heiko Maas zeigten auf, dass nur ein einig agierendes Europa auf die Entscheidungen der US Regierung Trump Eindruck machen kann.

Es wird nicht zu verhindern sein, dass Europa andere Wege gehen muss als die USA und sich bei aller Wertschätzung als noch verbündete Freunde jedoch künftig auch als wirtschaftlicher Gegner betrachten muss, da die USA dabei sind einen unerträglichen, rücksichtslosen Protektionismus zu betreiben, der mit neuen Zöllen auf immer mehr Produkte untermauert wird. Außerdem strangulieren US-Sanktionen so den freien Weltmarkt und verstoßen gegen die Regeln der World Trade Organization (WTO), der Welthandelsorganisation. Ab dem 1. Juni 2018 treten nun vonseiten der USA Handelszölle auf die Stahl- und Aluminiumproduktion, überwiegend Kanada Mexiko und die EU betreffend in Kraft, mit denen sich die USA selbst in die Finger schneiden, da sie diese Stähle nicht selbst herstellen, aber brauchen, z. B. für Getränkedosen.

Zudem fühlen sich alle Handelspartner der USA, die Handel jeglicher Art mit Dollar betreiben diskriminiert, weil diese dann automatisch die USA als Gerichtsstand akzeptieren müssen. Ausgesprochene Milliardenstrafen hübschen dann die Haushalte der jeweiligen US-Staaten auf, in denen die Gerichtsstände stehen. VW, Deutsche Bank, die schweizerische UBS sind nur einige wenige Beispiele. Europa muss sich wehren und den USA ihre Grenzen aufzeigen, denn deren unipolare Machtansprüche gelten heute nicht mehr so selbstverständlich wie in den Jahrzehnten nach dem letzten Weltkrieg.

Europa soll selbst für seine eigene Sicherheit sorgen. Doch, wenn Europa seine Sicherheit anfängt, neu zu definieren, kommt es nicht darum herum, sich mit dem schon seit Jahrhunderten zu Europa gehörenden Machtfaktor Russland zu arrangieren und dieses Riesenland nicht ständig auszugrenzen und mit Sanktionen zu belegen, die nur den Interessen der USA dienen. Eine vollendete Sicherheitsarchitektur inklusive Russlands bedürfte dann auch nicht mehr irrwitziger Investitionen in den Militärsektor. Handel und Wandel kämen in Gang. Doch genau das wollen die USA eben nicht! Denn es würde eine Interessenlage entstehen, in welcher die USA als strategischer und wirtschaftlicher Verlierer dastehen könnten. Die Wirtschaftskraft Europas, gepaart mit den Energie- und Rohstoffreserven Russlands wäre ein Albtraum für jede US-Administration. Denn schon heute im Mai 2018 bietet Russland der EU Rohstoff und Energielieferungen mit Euro als Bezahlung an, was den Petrodollar zunehmend ausschalten würde. Niemals werden die USA das zulassen! Niemals! Sollten die Europäer es dann doch wagen, Energie/Rohstoffe in Euro zu bezahlen, würde Europa das ganze hässliche Gesicht der US-Interessen mit Sanktionen zu sehen bekommen.

Wenn die EU eine eigene Souveränität, daraus folgerichtig eigene Sicherheit definieren und planen will, muss dieser lose Staatenverbund ohne eigene Regierung und Staatsoberhaupt von der Mitgliederstaaten Gnaden sich erst einmal darüber im Klaren sein, wie er es mit geschlossenen Verträgen hält, wie die einzelnen Mitglieder zu ihren Schulden stehen, die sie gemacht haben. Sollten diese gewaltigen Schulden etwa gegen alle Verträge verallgemeinert werden, entstünden Bruchstellen im EU-Gefüge, die nicht zu überbrücken wären. Zurzeit arbeitet Italien an solchen Bruchstellen und hat obendrein auch noch mit seinen Riesenschulden das dazu nötige Erpressungspotenzial.

Eine neue Regierung wäre bald in Italien entstanden und doch so nicht vom Wähler gewollt. Die Fünf Sterne Bewegung und die Lega Nord schlossen sich zu einem Regierungsbündnis zusammen. Eine waghalsige Kombination. Zu vergleichen etwa, als wenn die LINKEN im Bundestag mit der AfD koalieren wollen. Keiner weiß, wie diese Koalitionsvereinbarungen zu bezahlen sind, die Hunderte Milliarden Euro kosten. Aber jeder in der EU weiß, dass das nicht funktionieren kann!

Der italienische Staatspräsident grätschte dazwischen und verhinderte wohl auch auf Druck der Europäer diese Regierung der Unmöglichkeiten. Zuerst nun wohl eine Übergangsregierung und dann Neuwahlen. Wer führt diese Übergangsregierung? Ein Finanzexperte Namens Carlo Cottarelli, ehemaliger Direktor beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der schon vorsorglich einmal sagt, dass er Italien Marktgerechter machen will. Zu hören war das schon von Kanzlerin Merkel. Nur, marktkonformer ist nicht gerade das, was die Italiener mit Wut im Bauch über den Euro und seine Zwangsjackenfunktion gewählt haben. Doch die Lega Nord und die 5 Sterne Bewegung geben noch nicht auf, eine Regierung zustande zu bringen (Stand 30. 5. 18).

Und wieder warten Europa, die Investoren, die zutiefst verunsicherten Finanzmärkte, ängstlich auf ein Ergebnis, welches angesichts der inneren Verfasstheit Italiens kaum besser sein dürfte als das jetzige, egal wie die Regierung nun aussieht, egal wer nach eventuellen Neuwahlen eine Mehrheit erreicht. Ob die Lega Nord oder die Fünf Sterne Bewegung obsiegt, jeder will sich nicht an Euro-Verträge halten und somit den gesamten Euroraum provozieren. Das heute befürchtete Desaster der Eurozone ist also nun lediglich auf Monate hinaus verschoben.

Die schrillen Einlassungen der Europäer zu dieser Wahl in Italien zeigen auf, wie erfolglos die Sanierung der Eurozonen bisher verlaufen ist, wie sehr deren Rettung auf tönernen Füßen steht, wie dramatisch der Euro als rein politisches Projekt bar jeglicher ökonomischen Vernunft aus dem Ruder läuft, den dafür Verantwortlichen die Handlungsoptionen ausgegangen sind und diese in Hilflosigkeit erstarren.

Wie sagte doch Kanzlerin Merkel: „Scheitert der Euro, scheitert Europa“! Welch blühender Unsinn von einer Regierungschefin, die als Kapitänin des bundesdeutschen Supertankers ihr nautisches Besteck in der Schublade lässt, die Radaranlage ausschaltet, noch nicht einmal ihr Fernglas benutzt und lieber den Riesentanker auf Sicht steuert. Auf Sicht fahren ohne Konzept kann nicht gut gehen.

Diese Kanzlerin hatte zu den essenziellen Fragen der Politik außer ihrem Machterhalt keinerlei Konzept. Man kann nicht nur mit ständigen 180 Grad Wenden regieren und nur „auf Sicht fahren“wie die Kanzlerin selbst immer wieder sagt, ohne einen konzeptlosen Eindruck zu hinterlassen. Alle, auch die von Merkel selbst geschaffenen Probleme, und das sind viele, werden zulasten unserer Nachkommen ausgesessen oder auf die lange Bank verschoben Ihre Amtszeit ist die teuerste in der Geschichte Deutschlands nach 1949! Alle Kanzler seit 1949 zusammengenommen haben nicht ansatzweise Deutschland so geschadet wie Merkel. Langsam trudeln die Kosten bei Energie, Bundeswehr, Euro- und Migranten Merkelscher „Regierungskunst“ ein! Merkel beschädigt unsere Gesellschaft mit den immer noch offenen Grenzen und Zuwanderungen. Merkel ruiniert unsere Finanzen nebst unserem zinslos gewordenen Angesparten, also Lebensleistung. Das fällt bislang nur nicht auf, da unsere Wirtschaft boomt. Wehe die Weltlage erzwingt Stillstand oder gar Rezession, dann kann nichts mehr kaschiert werden und die Belastungen landen direkt beim Bürger! Die Geschichte wird ein viel schlimmeres, vernichtenderes Urteil fällen, als viele heute zurecht kritische Zeitgenossen, denn Merkel spaltet nicht nur Deutschland, sondern zerstört Europa mit ihrer Politik ohne Konzept.

Sei es die Energiepolitik, die jetzt mit Entschädigungen an die Energiefirmen richtig zu kosten beginnt, die marode kaputtgesparte Bundeswehr, die jetzt erst sündhaft teuer in einen Normalzustand gebracht werden muss, um halbwegs ihre Aufgaben erfüllen zu können, die vor sich hin schwelende ungelöste Eurokrise, deren Risiken ständig, jenseits der Ehrlichkeit verharmlost werden, die Flüchtlingskrise, die die EU wie Deutschland unerträglich spaltet und täglich mehr an Brisanz gewinnt, schaut man auf die Betrügereien beim BAMF und dessen Zweigstellen, auf die zerbröselnde innere Sicherheit Deutschlands, deren Folgen kleingeredet werden, nirgends ist eine konsistente Politik in Sicht, nirgends ein Plan oder ein Konzept.

Beobachtet man die anstehenden Probleme, ob Migrantenkrise oder Eurokrise, fällt einem auf, dass dazu in den Regierungsetagen Berlins und nicht nur dort, postmoderne Multikulturalisten und fern von Ökonomie denkende Eurofanatiker dabei sind, nicht nur unsere Lebensart und Errungenschaften aufs Spiel zu setzen, sondern eher verblendet aktiv zulassen, diese zerstören zu lassen, um ihrem irrationalen Multikultitraum weiterhin zu frönen! Dafür zerstören diese in ihren politischen Wolkenkuckuksheimem fantasierenden Realitätsverweigerer die Logik und Objektivität!

Schaut man auf die Verschuldungslage der EU und des Euroraums, auf die Verwerfungen, die der Euro ausgelöst hat, auf die Uneinigkeiten der EU bei den wichtigen Entscheidungen, die immer von den Staaten abgesegnet werden müssen, auf das hilflose Getue der EU-Kommission Macht vorzugaukeln und keine zu haben, schaut man auf ein Europa, welches gerade jetzt versagt, wo es dringend nötig wäre, Einigkeit zu zeigen, um im Machtpoker einer sich neu orientierenden Weltlage mit multipolaren Machtzentren mit pokern zu können. Die Karten werden weltweit neu gemischt und Europa reserviert sich trotz seines ökonomischen Gewichts nicht einmal einen Stuhl am Pokertisch.

Derweil versuchen die Amerikaner mit ihrem schrillen Präsidenten Trump, mit aller Macht ihren Status als unipolare Weltmacht zu erhalten. Brutal vergewaltigt diese US-Administration den Rest der Welt, jederzeit ihren Wünschen zu entsprechen. Brutal verhängen die USA-Sanktionen und Zölle gegen jedermann, jeden Staat und erwarten von der EU die Erfüllung dieser sie selbst schädigenden Sanktionen gegenüber Russland. Und die EU, besonders diese Kanzlerin ohne Konzept macht da widerspruchlos mit, ohne den damit einhergehenden Verlust von Souveränität zu bedenken. Das US-Imperium gerät ins Wanken und verhält sich so wie so, wie alle vergangenen an Überdehnung untergegangenen Imperien und schlägt wild um sich! Alle Imperien gingen nicht an den äußeren, sondern an den inneren Problemen zugrunde, die ihren militärischen Arm verdorren ließen. Die USA haben gewaltige innere Probleme und die Welt sieht anders aus als in den vergangenen Jahrtausenden, also kann der Verfall eines Imperiums wie das der USA völlig anders aussehen. Denn mit gewaltigen digitalen Fortschritten aus den Technikschmieden der US-Riesenkonzerne kann es zu einer völligen Neupositionierung einer auf die amerikanischen Nord - Süd-Kontinente fixierten, international neu aufgestellten Weltmacht führen.

Die irrwitzige Politik dieses fern von Diplomatie unzivilisiert handelnden US Präsidenten kommen mir wie Peitschenschläge eines selbst ernannten Dompteurs vor, der wie auch die US-Interessenlobby der Konzerne und des dahinterstehenden Kapitals sieht, dass sich die Verhältnisse in der Weltmanege entscheidend verändert haben. Butterbrot und Peitsche, so sieht die Politik der USA mittlerweile aus, die sich selbst an keine Verträge mehr halten wollen und Gerichtshöfe außerhalb der USA nicht anerkennen.

Kann es aber auch sein, dass dieser undiplomatische Poltergeist Trump mit seiner Haken schlagenden Politik verkrustete diplomatische Strukturen aufbrechen will, oder es unbewusst tut, die zuvor nie angetastet wurden? Kann es sein, dass Trump wie er sagt, Spielchen treibt, um unkonventionell das zu erreichen, was seit Jahrzehnten anscheinend unmöglich war? Zum Beispiel Frieden zwischen Nord- und Südkorea, was sich dieses geplagte Volk auf beiden Seiten wie wir Deutschen sehnlichst wünscht, aber durch festgefahrene Ost-West Denkweisen bisher unmöglich war? Trägt Trump mit der Eröffnung der US Botschaft in Jerusalem einer längst entstandenen Faktenlage ehrlicherweise Rechnung, obwohl er wissen muss, dass er damit in einer brandgefährlichen Region zündelt?

Abgesehen von den Energieinteressen des Westen entlang der Öl- und Gasfelder und deren Pipelines, ob schon gebaut oder geplant, ist es doch unübersehbar, dass der Iran zwar einerseits nicht in der Lage ist, Atomsprengköpfe zu bauen und sich da wohl offensichtlich an die Verträge hält, andererseits jedoch dabei ist, seinen Einfluss als schiitische regionale Macht ständig auszubauen, um die Macht der sunnitischen Königs- und Scheichtümer zu brechen mit dem immer lauter ventilierten Ziel Israel zu vernichten. Das Israel es als Bedrohung empfindet, das in Syrien und im Libanon iranische Truppen mit den vom Iran unterstützten Hisbollah Einheiten und weiteren Israel Gegnern in Stellung bringen, um Israel mit Raketen existenziell zu bedrohen, ist absolut verständlich. Dass hier Trump Israel hilft ebenso. Das geografisch kleine Israel fühlt sich aus dem Gazastreifen, dem Westjordanland und Libanon und Syrien zutiefst bedroht, was mit einem Blick auf die Landkarte verständlich ist. Zurzeit, Ende Mai 2018 wird Israel aus dem Gazastreifen wieder mit Mörsergranaten beschossen. Wer verwehrt es Israel zurückzuschießen, um seine Bevölkerung zu schützen? Und Europa hat in dieser brandgefährlichen Region quasi vor der eigenen Haustüre zwar Interessen, aber keinen Plan, diese auch zu bewahren und ist nur in Uneinigkeit einig. Trump weiß das, macht was er will und stimmt sich höchstens mit Putin und Israel noch ab, um nicht mit Russland in einen Schlagabtausch zu kommen. Der ganze Nahe Osten rüstet auf und wir sehen einen Tanz auf einem jederzeit ausbrechenden Vulkan.

Das von den USA in der Welt zu ihrem Vorteil etablierte Finanzsystem ist völlig aus den Fugen geraten. Auf einem Weltinnenprodukt von 60 Billionen Dollar, lasten 200 Billionen Dollar Schulden und auf die wird mit 600 Billionen Dollar mit Derivaten spekuliert. Die USA sitzen im laufenden Haushaltsjahr auf einem 2 Billionen Minus und auf über 20 Billionen Staatsschulden und ca. 60 Billionen Dollar Privatschulden. Die europäischen Staaten sitzen auf 10 Billionen Euro Staatsschulden und 12 Billionen Privatschulden. In der Eurozone liegen die Zinsen für Guthaben bei null! Jede Zinserhöhung würde sofort die Refinanzierungen der Staaten, besonders Italiens infrage stellen. Die US-FED (Zentralbank) erhöht nun die Zinsen und bringt wieder einmal die Häuserkredite ins Schlingern. Gleichzeitig lockt die FED mit höheren Zinsen das Kapital an und von Europa weg.

Die Weltlage ist mit den hier beschriebenen Verwerfungen des Finanzsystems, der Entwicklung in Nah-Ost und Korea, den Spannungen zwischen den USA einerseits und Russland und Chinas andererseits hoch kompliziert, da nun wirtschaftliche/ ökonomische/strategisch Energie- sowie militärische Interessen kaum noch zu verbergen und in Einklang zu bringen sind.

Der russische Präsident Putin sowie auch der chinesische Präsident, mit seiner nun auf Lebzeiten ausgestatteten Machtfülle, erscheinen bei allen Vorbehalten im Gegensatz zu US-Präsident Trump noch als seriöse, kühl abwägende, vernunftbereite und berechenbare Größen. Und Europa? Wo steht unser Kontinent, zu was stehen seine Protagonisten?

In einer Zeit, in der Europa, die EU, in einer langen Entstehungsgeschichte hätte lernen und sich nach 1945 längst hätte konsolidieren und einigen können, erleben wir ein Europa der Widersprüche, der Egoismen in einer Kleinkariertheit, die nur noch Sorgen bereitet. Dieses Europa nimmt weltweit keiner strategisch ernst! Lediglich die Ökonomie der EU und Deutschlands Wirtschaftskraft nötigen den anderen Machtzentren noch Respekt ab. Aber angesichts der gewaltigen Investitionen in die digitale Zukunft, zu denen die USA immer noch fähig sind und die digitale Entwicklung Chinas, die mit ebenfalls gewaltigen Summen vorangetrieben wird, erscheinen die zersplitterten Möglichkeiten der Europäer auf diesem wichtigen Feld geradezu erbärmlich. Deutschland ist hier denkbar schlecht aufgestellt, obwohl es genug Zeit und Geld hat. Diese Versäumnisse der Politik gerade in Deutschland wird zurzeit noch von einer boomenden Wirtschaft übertüncht. Dieser Boom mit allen Steuereinnahmen und Überschüssen wird nicht ewig anhalten. Dann allerdings fallen uns alle Probleme wie Digitalisierung, Euro-, Flüchtlingsfinanzierung, demografische Probleme mit den Pflegenotständen zur gleichen Zeit auf die Füße. Der Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes. Wappnen wir uns, denn die Zeichen stehen auf Sturm!

Heiner Hannappel
Koblenz

Stichworte: Europäische Einigung, Souveränität, Europa, US-Handelszölle, US-Sanktionen

Namen: Merkel, Macron, Mercron, Hannappel



E-Mail heiner.hannappel@gmx.de

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