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Kommentar: 25. 01. 2017: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
Steht US-Präsident Trump für eine Zeitenwende?



Trump ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich, als Kandidat und als Präsident. Es ist schon außergewöhnlich, dass ein Mensch mit einem derart minimalisierten Niveau als ehemaliger Nichtpolitiker und nun politischer Newcomer mit einem marginalen Wissen um die Zusammenhänge auf diesem Globus nun im Weißen Haus residiert und als Ansprechpartner für die globalen Eliten in Politik, Wirtschaft und Finanzen bei Bedarf zum Telefon greifen wird, auch zu dem besagten roten Telefon, welches eine nukleare Auseinandersetzung verhindern soll, da auch der berühmt-berüchtigte Koffer mit dem Atomknopf sich nun in den Händen von Präsident Trump befindet!

Doch wem will er was sagen, wer hält ihn zu welchem Thema für kompetent? Für Trump beginnt nun eine steile Lernphase. Ohne diese ist er bei einem Treffen mit dem gewieften und gerissenen Putin diesem wehrlos ausgeliefert!

Bei seiner Antrittsrede blieb mir der Bissen im Hals stecken, denn zu den meisten Punkten konnte ich nur zustimmen. So deutlich und unverblümt kanzelte noch keiner seine Vorgänger ab, die allesamt neben ihm saßen, deren versteinerte Gesichter und aufgesetzte Gelassenheit sprachen Bände und ließen die virtuellen Dolche unter ihren Gewändern erahnen, die hoffentlich niemals in Aktion treten werden, denn der Geschichte der USA sind Präsidentenmorde nicht fremd.

Kein Präsident vor ihm zeige so gnadenlos die Versäumnisse der Eliten in der Vergangenheit auf und keiner hatte je den Mut derart brutal selbige korrigieren zu wollen und so schonungslos hat noch kein Präsident bei Amtsantritt seine Vorgänger vor aller Welt gedemütigt. Trumps Antrittsrede war, sosehr diese auch vor ich-bezogenen Übertreibungen geradezu strotzte, in ihren Analysen und Ankündigungen messerscharf und konsequent und tat den gescholtenen Eliten gerade deshalb so weh, da diese vor aller Welt in den Spiegel ihrer Versäumnisse schauen mussten.

Ausgerechnet US-Präsident Trump, die bisherige Personifizierung aller Untugenden der Geldeliten, zu denen er jetzt nicht mehr gehören will, verspricht einen Wandel, den bisher kein US-Präsident zustande brachte, und watschte seine Vorgänger, die Geldeliten und Konzerne, gnadenlos ab. Trump tat das, ohne wohl richtig zu bedenken, dass er für seine Vorhaben gerade den weltweit vernetzten und agierenden Wirtschaftsmagnaten und Finanzeliten kräftig in ihre Suppe spucken muss und diese sich das in aller Welt nicht gefallen lassen werden!

Konsequent hat er auch schon Obamas Paradestück die Krankenversicherung Obama-Care quasi eliminiert. Genauso wird er mit den Russlandsanktionen verfahren, die außer Kanzlerin Merkel keiner mehr in Europa unterstützt, welche aber nun Gefahr läuft, sich und uns zwischen alle Stühle zu lavieren! Wir sehen eine sichtbar ratlose Kanzlerin, die klugerweise jetzt erst einmal abwartet wie schon immer, wenn es brenzlig wird und auf Sicht fährt, denn wer kann den neuen US-Präsidenten Trump schon richtig einschätzen? Niemand!

Eines ist gewiss, wie kein US-Präsident jemals zuvor wird Trump die machtpolitischen Verhältnisse dieser Welt umkrempeln und die Globalisierung gleich mit, denn er muss und wird seine Wahlversprechen, die er dem Bauch der Vereinigten Staaten gab, dem über ca. 90% der Landkreise, also des Territoriums der USA angehören, die Trump und die Republikaner wählten, einhalten, sonst wird dieser rebellieren und die sowieso schon gefährdete inner Ordnung der USA mit seinen Flatulenzen ruinieren.

Wir müssen uns ehrlicherweise eingestehen, dass die Amerikaner in Vergangenheit, nun gut, auch im eigenen Machtinteresse, oder besser dem unipolaren Machtanspruch der politischen US-Eliten und Konzerne zusehen mussten, dass sie mit voller Absicht dieser US-Eliten zu Verlierern degradiert wurden und drei oder vier Jobs nicht für ein würdevolles Leben ausreichten und deshalb ca. 45 Millionen Bürger auf „Suppenküchen“ und Unterstützung jedweder Art angewiesen sind, da die reale Arbeitslosigkeit jenseits der offiziellen von 4,5% bis zu 23 % beträgt.

Ein sozialer Sprengstoff ohnegleichen und das in einem Land, dessen Bürger bis an die Zähne bewaffnet sind!

Für all seine Vorhaben zur Renovierung der US-Wirtschaft und Infrastruktur braucht Trump viel Geld von außen, von Investoren, denn die USA sind die höchst verschuldete Nation der Erde. Dafür wird die FED die Zinsen erhöhen und das Geld von dem ebenfalls hoch verschuldeten Europa weglocken, was dazu führen wird, dass auch die EZB die Zinsen hochschrauben muss, um das Geld im Lande zu halten, was wiederum dazu führt, dass die hoch verschuldeten Nationen der EU die Zinsdienste für ihre horrenden Schulden kaum noch bedienen können, denn wenn diese über 7% liegen gehen die Staaten pleite. Schöne Aussichten, nicht war?

Zu alledem sollen und müssen die EU wie auch Deutschland endlich auch ihre Windeln der Unselbstständigkeit abwerfen, um mit sündhaft teuren Anstrengungen, sich auch militärisch von den USA abzunabeln, da diese für den Vollkaskoschutz der Europäer zulasten der USA wie bisher nicht mehr aufkommen wollen. Recht hat er, der Trump. Noch nie seit 1945 lag die Chance für eine europäische Vollsouveränität so offen und zum Greifen nahe vor uns! Ergreifen wir diese jetzt sofort!

Wir müssen Trump ernst nehmen, Deutsche wie Europäer, denn seine angekündigte Politik öffnet endlich für uns die Tore für eine freundliche Abnabelung von den USA, die unseren Kontinent seit 1945 am Nasenring durch die Geschichte führten. Man schaue auf die unsinnigen für alle schädlichen Russland-Sanktionen und das Freihandelsabkommen TTIP mit TISA, um die Merkel immer noch kämpfen will, obwohl Trump wegen seiner Protektionismusabsichten am 23.1.2017 ein Dekret unterzeichnete, welches das TPP- Freihandelsabkommen, somit auch TTIP und sein Anhängsel TISA in den Papierkorb der Geschichte warf. Merkel sprach noch im Januar 2017 auf einer Veranstaltung der IHK Köln zu TTIP von einer nötigen Schlacht, die man „aus Prinzip“ schlagen müsse. „Und ich bin dazu gerne bereit“ ! So klingen Unbelehrbare!

Keiner weiß, wohin künftig unsere Reise hingeht, wer die Richtung vorgibt und wo die Chancen für Europa liegen, doch angesichts der Ankündigungen Präsident Trumps und eines Wetterleuchtens am Horizont der Weltgeschichte, welches eine multipolare Weltordnung ankündigt, muss Europa mit den USA, ohne die USA, mit Russland, ohne Russland sich eigenständig in einem neuen weltweiten Machtgefüge plazieren! Jahrzehntelang war Zeit dafür, aber in Europa funktioniert Einigung wohl nur unter immensen Druck von aussen!

Ja, das wird uns allen viel abverlangen und uns alle viel kosten. Doch wollen wir Europäer denn für alle Zeiten in den Theatern der europäischen Bühnen zu den nationalen und internationalen Stücken den Souffleur „USA“ im Kasten vor uns haben, der unsere Einsätze bestimmt? Zudem der jetzige US-Präsident noch keine Ahnung von den großen Meistern der Oper und Politik hat, wohl eher zur glitzernden Operette neigt und noch für alle sichtbar ungelenk im Kiesbett seiner Allmachtsträume vor sich hin stakst. Balletttanzschuhe und die dazugehörenden feinen politischen Pirouetten werden wir von Trump künftig genauso wenig erwarten können wie von unserer alternativlosen Austeritätskanzlerin ohne Konzept und Prinzipien, die immer wieder gerne ihre nur von ihr geliebten, für uns aber sündhaft teuren Pirouetten tanzt. Mal 180 Grad mal 360 Grad, je nach Belieben. Hauptsache teuer, das haben eben vielfache Kehrtwenden so an sich.

Eins stimmt an der Rede Trumps schon jetzt, nämlich dass die Welt unsicherer geworden ist, da jetzt schon der Kampf um Freiräume, die Trump freigeben will, in Gang kommen wird. Und Europa wird schnell reagieren müssen! Doch was heißt in der EU schon schnell und noch bedenkenswerter, was heißt in der EU schon Einigkeit? Das genaue Gegenteil ist doch die europäische Wirklichkeit!

Hier in Europa sehe ich ein heilloses Konfliktpotenzial aufziehen, welche die bisherige Nachkriegsordnung auf den Kopf stellen kann und sogar innerhalb Europas zu Konflikten führen könnte, die wir als längst überwunden betrachteten. Unter den bald sich ergebenden Umständen, in denen sich die USA zum Protektionismus hinwenden und sich mit Russland zum Vorteil beider Nationen arrangieren, vernünftige Deals abschließen, und die Sanktionen fallen lassen, ihre Einflusssphären abstecken, steht die EU ohne wirklich eigene Kleider zurzeit beschämend nackt da!

Und für Europa ist es fürchterlich peinlich, dass fast die komplette Politelite und die Medien immer noch nicht davon ablassen können, sich im immer übler duftenden Schlammbett einer arroganten Trump Kritik zu suhlen, ohne jedoch zu bemerken, dass sie diese Suhlkuhle so selbst mit füllen!

Und Deutschlands Bürgern ist es angesichts der unfähig betriebenen Politik ihrer eigenen Politiker fürchterlich peinlich, deren überhebliche Ratschläge an den Newcomer Trump in Moral und der Bewahrung gemeinsamer Werte erleben zu müssen und noch peinlicher ist, dass der Bundesaußenminister Steinmeier den US-Präsident-elect Trump vor Kurzem noch als „Hassprediger“ bezeichnete und bald bei Gelegenheit als gewählter Bundespräsident mit diesem von ihm so drastisch Beschimpften zusammentreffen wird. Mit wem trifft sich Trump in Bälde? Nicht mit der Obama hörigen Merkel, sondern mit der britischen Regierungschefin Theresa May!

Noch Fragen? Englands Theresa May wird bald mit frisch gestylten Handelsabkommen mit den USA den trägen Figuren in Brüssel die Nase lang machen! Für künftige Austrittswillige gelten dann ebenfalls permanent Trumps Angebote mit grinsendem Gesicht. Wird Putin als nächster Regierungschef für ein Treffen anvisiert? Dann braucht unsere Kanzlerin Blutdrucktabletten. Möglich ist alles seit Trump, der sich nicht scheuen wird, über die Köpfe der an politischer Demenz leidenden Europäer für seine guten Deals zu agieren. Wie sagte schon die Doppelspitze der SPD Siegmar und Gabriel: Wir müssen uns warm anziehen! Darin gebe ich beiden ausnahmsweise einmal recht! Wer allerdings von beiden SPD Kanzlerkandidat werden will, ist mir schleierhaft. ;-)

Doch wie eben bekannt wurde, haben sich Sigmar und Gabriel auf den EU EX-Parlamentspräsident Schulz als Kanzlerkandidat und neuen Parteichef der SPD geeinigt. Tja, was macht Gabriel nach den Bundestagswahlen? Die SPD trösten und wieder aufrichten....... als Parteichef?

Heiner Hannappel
Koblenz

Stichworte:US Präsident Trump, Europa, Zeitenwende

Namen: Merkel , Hannappel, Trump

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