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Kommentar: 28. 01. 2016: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
„Gutmensch“, das Unwort des Jahres 2015.



Welch eine Verirrung.

Es ist schon eigentümlich, wie brav dieses Entscheidungsgremium der Sprachwissenschaftler aus Darmstadt sich für das Unwort des Jahres „Gutmensch“ entschieden hat und damit unnötig, aber anscheinend folgsam die „Political Correctness“ bediente. Nun ja, für das Jahr 2014 wäre es wohl etwas zu früh gekommen, jedoch heute 2016 kommt es für die regierende Misserfolgstruppe in Berlin genau richtig.

Bewegen wir uns also künftig auf leisen Sohlen in Richtung der orwellschen Utopie „1984“, in der die Kunstsprache „Neusprech“ vorkommt, die gedankliche Vielfalt reduzieren soll, um den Herrschenden dienlich mit „Gutdenk“, also richtigem Denken nicht in die Quere ihrer Interessen zu kommen? Gerade in einer Demo-kratie darf es keinerlei Tabus geben, eine unterwürfige Sprach-regelung wie die Political Correctness“ niemals Einzug halten, oder gar dominieren, denn diese wirkt lähmend und zerstörend auf alle Prozesse unserer freiheitlich strukturierten Gesellschaft! Denn das, was man nicht mehr aufzeigen kann, ohne Repressalien befürchten zu müssen, kann auch nicht in demokratischen Abläufen, da tabuisiert, verbessert werden!

Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, wird einem schnell bewusst, wie wertvoll unsere demokratischen Rechte heute sind, denn die Demokratie hat in den vergangenen 200000 Jahren bis heute nur ein sehr kurzes Dasein von insgesamt wenigen Jahrhunderten, so um 450 Jahre.

Deutschland kann im Gegensatz zu Nachbarn lediglich auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurückblicken, in der es mit einem schon geradezu betäubenden Frieden nebst der Freiheit des Denkens und demokratisch geprägter Sicherheit mit allen Freiheitsrechten ausgestattet war. Der Bürger empfand es jedenfalls so und nahm nach dem Desaster des Zweiten Weltkriegs Frieden und Freiheit dankend an, ohne zu hinterfragen, ob die neue Freiheit, die neue Demokratie so frei war, wie sie uns allen im freundlichsten Gewand der Sieger daherkam, und akzeptierte die Bedingungen bis heute.

Frieden war zu allen Zeiten ein rares Gut und wir sollten uns bewusst werden, dass einige wenige dabei sind, nur ihrer Gewinnmargen wegen, weltweit diesen für die Industrie wie auch Rüstungsindustrie nicht kompatiblen Zustand zu beenden!

Wir sind gegenüber der sich anbahnenden digitalen Entwicklung, der Überwachung im Internet, der Privatsphäre, des Staates und durch diesen, mit der daraus entstehenden Entrechtung unserer kompletten Gesellschaft nicht wachsam genug und ziehen eine Pseudobehaglichkeit des Zurücklehnens und Zuschauens einer aktiven Aufmerksamkeit und der daraus resultierenden Abwehrhaltung zu der uns alle bedrohenden Entwicklung vor.

Wir müssen aber wissen, dass heute, nicht irgendwann, von denjenigen, denen diese Entwicklung dient und die ihre Vorteile von der Gängelung und Überwachung ganzer Gesellschaften/Nationen ziehen wollen, gerade dabei sind, quasi unwiderruflich Pflöcke einzuschlagen, welch ihre Einflussnahme in allen Bereichen des menschlichen Daseins zementierten sollen!

Man schaue nur auf die geradezu unbegrenzten Möglichkeiten der US-NSA und der englischen Geheimdienste des Ausspionierens, auf die undemokratisch zustande kommenden Freihandelsabkommen TTIP-TISA und CETA, von denen dramatische Entrechtungen unserer Gesellschaften drohen, deren sich aber die wenigsten Bürger bewusst sind. Man schaue auf die von den USA Europa aufgezwungenen Russlandsanktionen. Man schaue auf die technischen Möglichkeiten der digitalen Zukunft, Cyberkriege zu führen und die Energieversorgung ganzer Weltregionen zu kontrollieren und lahmzulegen.

Wir werden uns noch wundern, wie die korrekte Sprachregelung (Gutsprech) selbst von Regierungen klingt, um keine ökonomischen Schäden zu provozieren. Denn schnell liegt doch die Drohung nach Produktionsverlagerungen in andere Länder auf dem Tisch. Doch war das nicht schon zu allen Zeiten so? Sicherlich, doch die Dimensionen potenzieren sich zurzeit ins Unerträgliche, weil der ganze Globus nach der Pfeife einiger Weniger tanzen soll. 68 Menschen besitzen mehr als die Hälfte dessen, was die ärmere Hälfte der Menschheit ca. 3.5 Mrd. Menschen zur Verfügung hat! Störenfriede, die sich diesem Kartell finanzieller und wirtschaftlicher Macht nicht fügen wollen, riskieren Kriege, Wirtschafts- und Finanzkriege.

Zurück zum „Unwort“, zurück zu dem, was die „Gutmenschen“ in Berlin nicht gerne hören wollen.

Man schaue auf die von der Bundeskanzlerin unserer Gesellschaft aufoktroyierten Kosten der Euro und Griechenrettungen und der „Willkommenskultur“ für Millionen Menschen, die wir in diesen Größenordnungen gar nicht willkommen heißen können und wollen, was aber einer Entrechtung der Bundesbürger gleichkommt, da die hier Beheimateten mit ihrer Hände Arbeit für millionenfache Beherbergungen und Alimentierungen aufkommen müssen.

Milliardengeldern künftiger Bundeshaushalte, der Länderhaushalte und der Kommunen, werden eben nicht in die Infrastruktur, Bildung und Soziales fließen, sondern zur Bewältigung, der durch Größenwahn inspirierten, christlich verbrämten Politik der Kanzlerin nicht endenden Flut bei uns berechtigt oder unberechtigt um Hilfe Bittenden dienen müssen. Abertausende unentgeltliche Helfer, die von der Politik Kanzlerin Merkels quasi moralisch vergewaltigt werden, die ersatzweise, anstelle eines „Wie“, der Kanzlerin ureigenste staatliche sowie hoheitliche Aufgabe in den Flüchtlingsaufnahmelagern tätigen, müssen ja öffentlich wirksam vor dem geistigen Pöbel nachdenklicher, bohrend nachfragender Bürger geschützt werden! Da kommt das Unwort „Gutmensch“ gerade recht!

Denn der Bürger, nein, die ganze deutsche Gesellschaft soll ja O-Ton Merkel „besser“ werden und staatlich aufoktroyierter Hilfsbereitschaft unter Hintenanstellung persönlicher Bedürfnisse nebst Familien mit allen privaten Risiken, möglichst noch einige Jahre nachkommen, um den verantwortlichen, aber verant-wortungslos handelnden Politikern dieses Flüchtlingsdesasters weitere Selfis mit Flüchtlingen, Schulterklopfen und medien-wirksame Statements zu ermöglichen.

Offenbar wird jedoch, dass diese Bundesregierung unter Merkel mitsamt der in deren Politik verstrickte Opposition sich durch dieses, nun im zweiten Anlauf präsentierte Unwort „Gutmensch“, lästigen und peinlichen Fragen, die auf den Grundrechenarten und Logik beruhen, nun besser polemisch entziehen kann. Wir Bürger sollen mit Scheuklappen versehen, einen Tunnelblick auf eine gute, somit alternativlose Politik dieser Bundesregierung bekommen und kritiklos das angerichtete Chaos rechts wie links und auf dem uns suggerierten „Guten Weg“ nicht mehr wahrnehmen.

Nach hinten, zu den ökonomischen wie auch politischen Fehlern, also Ursprüngen der heutigen Situation schauen, ist sowieso in Diskussionsrunden, besonders im öffentlich rechtlichen TV auch heute noch zu beobachten, nicht mehr opportun, da der Mitdiskutant ja Hintergründe, Ursachen und Schuldige der heutigen Situation aufzeigen könnte. Schnell wird dieser als rückwärtsgewandt abqualifiziert und weitere seiner erhellenden nützlichen Argumentationen werden rigoros abgewürgt. Nachdenken unerwünscht. Sinnhaftes Vordenken, also eine im Diskurs eingebrachte Weitsicht, was an und für sich die Pflicht der Regierenden sein sollte ebenfalls.

Die Hilflosigkeit, der nur noch „Auf Sicht fahrenden“ Berliner „First-Class-Regierung Merkel“, gepaart mit Nullkonzept und Prinzipienlosigkeit, stolpert aber nun selbst über alle Stolpersteine, die diese sich ohne Not, durch ihr ökonomisches wie auch politisches Fehlverhalten in den Weg legte. Und selbst die Bürger, die noch willig mit dem staatlichen erwünschten Tunnelblick versehen durch die schön geredete Welt der Angela Merkel tapsen, bemerken, dass sie immer öfters in die konsistente Hinterlassenschaft einer inkonsistenten Politik treten und darauf ausrutschend ihre eigene Zukunft im freien Fall sehen!

Beim nächsten Unwort des Jahres könnte man eigentliche auch an den Kanzlereid denken. Was ist denn ein geleisteter Kanzlereid eigentlich noch wert, wenn gegen seinen Geist und Inhalt an den Interessen des Volkes vorbei regiert wird! Denn von den Versprechungen zur Sicherheit deutscher Sparbücher über den Eurorettungswahn mit den vertragswidrigen Griechenrettungs-paketen, der Energiepolitik, der Aufgabe der Wehrpflicht und Ausstattung der Bundeswehr, bis zum „Wir schaffen das“ ohne das „Wie“ zu benennen, spannt sich der Bogen von Vertrags- und Gesetzesrelativierungen und Vertrags- und Gesetzesbrüchen der Verantwortlichen im Kanzleramt in Berlin und in den anderen Hauptstädten Europas.

Der Bundesjustizminister Maas schiebt selbst die fundierte Kritik des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier, zu den offensichtlich im Zuge der Flut von Asylanten ignorierten Gesetzeslagen der EU und Deutschlands arrogant mit den Worten:

„Auch Verfassungsrichter haben nicht immer recht “, beiseite!

Dass der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Udo di Fabio und viele weitere Rechtswissenschaftler der gleichen Meinung sind, ignoriert diese konfus und hilflos wirkende Bundesregierung, die die Hoheitsrechte an den Grenzen Deutschlands leichtfertig ohne Rechtsgrundlage aufgibt.

Welch eine Arroganz der Macht! Wir Bürger werden für die kleinsten Vergehen akribisch bestraft und für die zu uns Flüchtenden tut sich zunehmend ein rechtsfreier Raum auf. Es etabliert sich in Deutschland zweierlei Recht, das der hiesigen Bürger und das der zu uns strömenden Asylanten. Wundert es einen, dass viele Bürger sich angesichts der Ignoranz unserer Gesetze durch die Bundesregierung, die uns Hunderte Mrd. Euro an Steuergeldern kosten und uns zu ersticken droht, angewidert von einer vor sich hinwurstelnden, „auf Sicht“ agierenden Politik ohne Konzept und Moral abwenden? Derweil wird das eindeutig – zweideutig, letztlich doch eher positiv besetzte Wort „Gutmensch“ relativiert und zu einem Unwort erhoben und allzu viele klatschen Beifall.

Jedem, aber auch jedem, der bei Diskussionen das Wort Gutmensch in den Ring wirft, ist auf einmal jemand, der den Einsatz der vielen Helfer rund um die Flüchtlingslager diskreditieren will. Dass der Diskutant aber damit bloß die Unfähigkeit der Regierenden aufzeigt, die Logik wieder einzuschalten, um zu erkennen, dass die Euro-Griechen- und Flüchtlingskrise blauäugig und mit rosaroter Brille bewaffnet nicht zu lösen sind, wird der politischen Korrektheit wegen als Argument nicht zugelassen.

In den Regierungsetagen ist man eben omnipotent und alternativlos und lässt sich nicht gerne kritisieren und korrigieren, da man ja keine Fehler machen kann und auch künftig alles richtig macht. Nur, dass die Realitäten in Europa und Deutschland von den Bevölkerungen gänzlich anders wahrgenommen werden, ganz besonders in Deutschland, will man in Berlin nicht wahrhaben und verschanzt sich bequem und unfähig hinter nicht mehr haltbaren Rechtsauffassungen und Formalien der Asylgesetze, die allesamt schon längst hätten korrigiert werden müssen.

Es wird im politischen Diskurs einfach nicht zugelassen, zu erwähnen, dass jeder, aber auch jeder, der legal oder illegal zu uns kommt, oder wie die Asylanten, die überwiegend illegal in Millionen unsere Grenzen überschreiten, den deutschen Rechtsraum betreten und somit alle Einrichtungen nebst den gesetzlich verankerten Rechten unseres Sozialstaates, die aber nie auf eine derartige Asylantenflut ausgerichtet waren, in Anspruch nehmen kann, was die vollständige Alimentierung nebst Beherbergung seines, in dem Fall der Flüchtlinge millionenfachen Lebens beinhaltet.

Das alles, ohne im Gegenzug bindende Verpflichtungen eingehen zu müssen, welche bei Nichteinhaltung die sofortige unwiderrufliche Ausweisung zur Folge haben! Die blauäugigen „Gutmenschen“ der Regierung und des Bundestages, geprägt von der Richtigkeit ihres Tunnelblicks, wollen nicht erkennen, dass sie sich verrannten, und weigern sich nun engstirnig, eine Korrektur ihres bisherigen Kurses vorzunehmen. Stur nehmen die Berliner Akteure die Destabilisierung unserer inneren Sicherheit und im gleichen Zug auch das Auseinander-brechen der EU durch diese unfassbar unlogische Politik in Kauf! Man spricht in den Hauptstädten Europas schon davon, dass Deutschland in der Flüchtlingsproblematik in Europa nun alleine dastünde. Das aber ist nicht korrekt, denn wenn die Deutschen zusammen mit den anderen 27 Nationen den Kurs ihrer Kanzlerin in Mehrheit nicht mehr gutheißen, ist es nur Kanzlerin Merkel, die alleine gegen die Mehrheit Europas agiert! Das aber hat Frau Merkel anscheinend noch nicht realisiert. Nach den Wahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt kommt für sie das große Erwachen!

Welch eine Verirrung! Merkt denn keiner mehr, dass sich mittlerweile die Verirrungen in der hilflos taktierenden politischen Spitze Berlins manifestiert haben? Noch nie in meinem ganzen Leben sah ich eine derartig konfuse Regierung, die sich auf allen Feldern ihrer selbst geschaffenen Probleme gegenseitig bis zur Handlungsunfähigkeit über Monate hinweg blockiert, weil sie anstehende Wahlen in den Bundesländern nicht verlieren will! Unsere Gesellschaft wird hier komplett für parteiliche Interessen in Haft genommen! Dieses nicht(!) konsequent zu benennen, bezeichnet man als „Political Correctness“! Doch auf politisch korrektes Verhalten der Medien können sich die Verantwortlichen in Berlin auch nicht mehr verlassen, schaut man auf deren zunehmend bohrenden Fragen.

Wenn ich auch in der Vergangenheit die „Political Correctness“ der Medien scharf kritisierte, muss ich anerkennend zur Kenntnis nehmen, dass sich der Ton in der Berichterstattung zu der Politik in Berlin zunehmend kritischer gestaltet. Die Kanzlerin kann sich drehen und wenden, wie sie auch will, sie kommt um eine rigide Begrenzung der Asylantenzahlen oder gar Schließung unserer Grenzen nicht herum, ansonsten braucht sie bei der nächsten Bundestagswahl, wenn sie dann überhaupt noch Kanzlerin ist, gar nicht erst anzutreten.

Nur, zugeben kann und will Frau Merkel das alles noch nicht, wäre es doch wieder eine ihrer 180 Grad Kehrtwenden, die sie dann mit den „überzeugenden“ Worten: „Das habe ich schon immer gesagt“ begleiten wird! Aber für ihren Machterhalt tut sich diese Kanzlerin auch mehrfache 180 Grad Kehrtwenden an, selbst wenn sie dann zu einer Pirouettentänzerin wird. Welch vergnügliche Vorstellung.

Heiner Hannappel
Koblenz

E-Mail: heiner.hannappel@gmx.de

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