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Kommentar: 03. 10. 2014: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
Die EZB ist der Sargnagel für Europas Einheitsvisionen!



EZB Chef Draghi “König ohne Land“, geliebt von allen vor der Staatspleite stehenden Schuldnernationen, bedient sich der brachliegenden Politikfelder und avanciert mit offener Duldung der ratlosen Schuldnernationen und der stillschweigenden, noch einigermaßen solide wirtschaftenden Staaten zum Gestalter Europas und residiert in Frankfurt als “König ohne Land“, jedoch ohne offizielle Krönung.

Sein virtuelles Imperium ist der Euroraum, der ihm Einfluss und Macht verleiht. Aus diesem Grund wird der EZB Chef Draghi und seine Nachfolger, falls es diese überhaupt noch geben kann, alles daran setzen, den Euroraum in Gänze zu erhalten. Denn ohne den Währungsraum und ohne den Euro ist die EZB überflüssig. Deshalb auch das gestörte Verhältnis Draghis zu den Mandaten der EZB-Satzung, die er ständig unterläuft, oder eigenmächtig ausweiten will!

Seit seiner Amtseinführung, die nicht als Inthronisation mit nachfolgender Inbesitznahme der EZB gemeint war, huldigen die europäischen Regierungen der Schuldnernationen, insbesondere Italiens, Frankreichs und Spaniens seinen Weisheiten zu den Finanzfragen unseres Kontinents.

Diese Weisheit Draghis führt nun dazu, dass er die Risiken der Unternehmen minimiert und den Bürgern aufbürdet, wobei der EZB Chef Draghi natürlich nur die Bankenunternehmen im Blick hat, insbesondere die seiner Heimat Italien. Da er aber als ehemaliger Goldmann Sachs Mitarbeiter international zu denken gewohnt ist, bezieht er großzügig alle Banken in sein System ein, welches eine Trennung von Risiko und Haftung bei Bankenunternehmen bedeutet.

So erntet er von allen Seiten brausenden Applaus und die wenigen noch solventen Nationen, also diejenigen, die dies alles bezahlen sollen, werden in den EZB-Gremien und nicht nur dort künftig mehrheitlich zugunsten der Pleitestaaten überstimmt.

Dass die EZB marktwirtschaftliche Gesetze außer Kraft setzt und die Finanzmärkte hemmungslos verzerrt, ficht Draghi nicht an, da er das Kapital und dessen Banken und die wiederum mit diesen in herzlicher Symbiose verbundenen und hörigen Regierungen hinter sich weiß.

Jetzt, wo nun sichtbar an den Weisheiten Draghis berechtigte Zweifel aufkommen und seine Weisheiten wohl zur Neige gehen, zerrt dieser Günstling der Finanzwelt auch noch die letzten müffelnden Kreditleichen aus den Bankenkellern, um diese in ihre Bilanzen aufzunehmen. Wieder Applaus von allen Interessierten, zu denen die erleichterten Banken gehören, die wiederum den Staaten mit dem Geld aus Schrottpapieren billige Refinanzierungen anbieten können, was ja auch das Ziel dieses Prozedere ist.

Doch wer steht für diese angewandten Weisheiten und Großzügigkeiten des EZB Chefs Draghi denn eigentlich gerade, wenn die EZB anteilig den Notenbanken der Eurowährungsgemeinschaft gehört? Natürlich die Staaten, denen diese Notenbanken gehören.

Für Deutschland steht also die Deutsche Bundesbank für die Risiken der EZB in Höhe von 28% ihres EZB-Anteils gerade. Toll was? Und für die Bundesbank steht wiederum das Finanzministerium zur grenzenlosen Freude unseres Finanzministers Schäuble gerade!

Und nun kommt Freude auf, denn für die bei dem Finanzministerium angelandeten Schulden der Weisheiten des allseitig gehuldigten EZB Chefs Draghi kommen wir auf, die Bürger Deutschlands, eines 'reichen' Landes mit offiziellen 2,1 Billionen Schulden nebst Hunderten Milliarden Bürgschaftsrisiken und 510 Milliarden uneinbringlichen Forderungen an die EZB aus dem Target2 System, die nichts, aber auch gar nichts mit den Schulden anderer Länder zu tun haben wollen und so dennoch in deren Schuldensümpfe hinein gezogen werden sollen.

Auf diese Art werden allen Volkswirtschaften die Freiheiten und den Bürgern ihre angesparten Lebensleistungen gestohlen. Dass so das Vertrauen in Europa schwindet interessiert Draghi nur am Rande. Nur, dass er mithilft, Europas Chancen in den Kraftlinien der Welt zu verspielen, begreift er wohl nicht oder er spielt dieses unseriöse Spiel mit voller Absicht, um den Drahtziehern auf der anderen Seite des Atlantiks dienlich zu sein, die ein kraftvolles, einiges, selbstbewusstes und souveränes Europa im ureigenen Interesse auf gar keinen Fall wollen!

Hier durch das Handeln eines von Europa grenzenlos überschätzten, oder je nach Sichtweise unterschätzten EZB Chefs, werden die sowieso immer schlechter werdenden Chancen für ein einiges Europas vertan.

Abgesehen davon, dass EZB Chef Draghi den Leitzins gegen Null gesetzt hat, um vorgeblich Investitionen in der europäischen Wirtschaft anzukurbeln, um einer Deflation vorzubeugen, die aber so nicht existiert, letztlich aber billige Staatsrefinanzierungen meint, ist die Not im Euroraum anscheinend so groß, dass er über den Niedrigzinssatz von 0,05% und die von ihm veranstaltete Flutung des Geldmarktes hinaus auch noch ABS Schrottderivate von den Banken der Schuldenstaaten aufkaufen will, um diese zu stützen. So wird abermals die Geldflut mit Schrottpapieren, auch Kreditverbriefungen genannt erhöht und das nur, um ein wenig Zeit für die sowieso lösungsunfähigen Politiker Europas zu schaffen.

Schauen wir doch auf Japan, welches sich seit den neunziger Jahren in einer Deflation windet und da nicht mehr herauskommt, egal wie hoch die japanische Notenbank Japan mit Geld flutet! Und bei uns soll dieser Irrsinn funktionieren?

Hier in Europa soll unter allen Umständen auf Biegen und Brechen eine Inflation bis an die 2% erzeugt werden, um die Spar- und Anlagevermögen der Bürger auch von dieser Seite zum Abschmelzen zu bringen und um so die Staaten weiter zu entschulden.

Moral und Vertragstreue werden immer mehr zu Fremdwörtern in der Eurozone!

Diese ABS-Kreditverbriefungen / Derivate, die aus den USA kamen, haben Europa schon 2008 an den Rand einer fiskalischen Katastrophe geführt und wirken bis heute als Bremsklötze jedwelcher Erholung und sollen nun Europa gut tun?

Für wie naiv werden wir Bürger denn gehalten? Der Inhalt dieser Schrottpapiere besteht wie eine Ampel aus drei Etagen, nämlich den Risikopapieren mit grüner, gelber und roter Risikokennung. Rot und gelb sind der EZB verboten zu kaufen, aber alle drei Kategorien gehören nun einmal zu den Derivatenpaketen und die guten grünen Anteile darin sollen den ganzen anderen Schrott veredeln.

Eigentlich darf die EZB gar keine Anlagen zur Staatsfinanzierung aufkaufen, da sie laut Mandat nur zur Erhaltung der Geldwertstabilität verpflichtet ist. Doch betrachtet sie sich nach ihrem Paradigmenwechsel im September 2012 nicht mehr nur als Hüterin der Stabilität unseres Geldes, sondern auch als Bewahrerin der Stabilität des gesamten Währungsraums und findet sich wohl nicht mehr nur dem eigentlichen Auftrag und Mandat zur Geldwertstabilität verpflichtet.

Wir können uns sicher sein, dass die EZB wie schon immer Mittel und Wege findet, diese ihr verbotenen Schrottpapiere mit stillschweigender Duldung der Regierungen mit undurchschaubaren Verklausulierungen in ihre Bilanzen aufzunehmen und so den öffentlichen Händen anzudrehen, und zwar nicht nur die guten grünen, sondern auch die schlechten gelben und roten Anteile der Schrottpapiere.

Bemerkenswert aber ist, dass die Führungsetage des über 4 Billionen schweren Finanzriesen Black Rock bei der Gestaltung dieser Schrottpapiere, ABS Kreditverbriefungen genannt, von Draghi zur Hilfestellung ins Boot genommen wurde!

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hält diese Anleiheaufkäufe für verfassungswidrig und überlässt trotzdem die letzte Entscheidung dem Europäischen Gerichtshof, der sich nun so lange Zeit lässt, bis die EZB alles zugunsten der Schuldnerstaaten geregelt hat, um dann in das gereichte Horn des EZB-Chefs Draghi zu blasen und um so wieder einmal deutsche Verfassungsbedenken vom Tisch zu fegen und somit unsere Verfassung zu verbiegen.

Um aufzuzeigen, wie anrüchig das Ansinnen der EZB unter Draghi ist, stellen Sie sich bitte vor, Sie hätten in ihrem Kühlschrank drei Stücke Limburger Käse, der ja von Natur aus recht kräftig in Geschmack und Geruch ist.

Der eine Limburger ist drei Wochen über die Zeit und lernt schon das Laufen. Der andere ist eine Woche vor dem Verzehrdatum und noch gut, oder gerade richtig. Den letzten Limburger haben sie gerade gekauft, der ist also frisch.

Alle drei Stücke verfrachten Sie, da sie eine schöne Frischhaltedose der Firma ABS besitzen in selbige und platzieren diese in den Kühlschrank zum späteren Verzehr. Dummerweise nehmen Sie aber an, dass sich die drei Limburger, da ja auch ein frisch gekaufter dabei ist, gut gekühlt halten. Aber garantiert haben Sie nach einem Monat ein sehr lebendiges Innenleben in Ihrer Frischhaltedose der Firma ABS mit Limburgern, die in dieser miteinander eng umschlungen Tango tanzen!

Und nun landen wir wieder bei dem EZB Chef Draghi, der Ihnen diese quirlige Köstlichkeit als europäische Feinkost schmackhaft machen will.

Nur hat er ohne mit der Wimper zu zucken die allgemeingültigen Lebensmittelverordnungen der EU missachtet, die in den Maastrichtverträgen und EZB Satzungen stehen!!! Das macht seines Erachtens aber nichts, denn diese verlieren durch die TTIP & TISA Abkommen künftig sowieso schleichend ihre Gültigkeit!

Aber an diesen Vertragsinhalten von Maastricht und EZB Mandaten stört sich schon lange keiner mehr von denen, die bei der Wahrung der Interessen der Bürger Europas die nationalen Fahnen der Hilflosigkeit vor sich hertragen!

Kein Wunder, dass das Bundesverfassungsgericht und die Bundesbank die Nase rümpfen. Doch auch das ist unwesentlich, wenn unsere Kanzlerin an dieser ABS-Dose jetzt schon genüsslich schnuppert, anstatt diese der EZB um die Ohren zu schlagen.

Ich wünsche den Lesern zum Tag der Deutschen Einheit einen schönen Feiertag.

Heiner Hannappel

Mail an heiner.hannappel(at)gmx.de

Meine Homepage auf Fortunanetz.

Stichworte: Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik, Eurorettung, Eurozone

Namen: Mario Draghi, Heiner Hannappel

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