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Analyse: 13. 08. 2014: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
Europas vertane Chancen! Teil III/VI



Bis heute wallt das deutsche Gemüt, denn es musste erkennen, dass wir zum Zahlmeister Europas avanciert waren und nun für die Schulden anderer Staaten und Banken mit unseren Steuergeldern und Sparvermögen durch eine fast Nullzinspolitik der EZB vergattert wurden.

Das friedliche deutsche Gemüt muss nun erkennen, dass es für alles und jedes, was in Europa nicht mehr funktioniert, geradestehen muss, auch wenn dabei seine und alle anderen Demokratien unter die Räder von Bankenzockern und Interessengruppen gerieten.

Auch muss das deutsche allzu friedliche Gemüt registrieren, dass Verträge in der EU und der Eurozone geschlossen wurden, um sie zu brechen, da diese sonst für unsere Freunde keinerlei Sinn machten!

Auch musste das deutsche Gemüt es hinnehmen und auch weiter hinnehmen, dass die eigene Regierung eher die Interessen anderer Nationen und deren Banken, auch unserer Banken vertritt als die der eigenen Bevölkerung.

Bald bleibt den Regierungen in Europa nur noch die Möglichkeit einer Rasur über alle Spar- und Anlagevermögen, um auf den einigermaßen erträglicheren Schuldenstand von 2007 zu kommen. Oder es wird eine Steuer auf schon versteuertes Spar- und Anlagevermögen erhoben, um die Staatsverschuldung in ganz Europa zu entlasten. Spanien praktiziert schon rückwirkend zum ersten Januar 2014 eine Steuer auf Sparguthaben mit sicherlich bald steigenden Zinssätzen. Hier wird nach Art unseres famosen neuen Kommissionspräsidenten Junkers ein dünnes Salamischeibchen abgeschnitten, dem später ein Großteil der Wurst folgt. Junkers erklärte diese, seine Taktik einmal in einem Interview.

Schon wieder werden dem deutschen Staat Fesseln angelegt, schon wieder wird dieser deutsche Staat im Interesse anderer Nationen in seiner Entwicklung ausgebremst. Und schon wieder droht dem deutschen Staat eine Verwicklung in eine regionale Auseinandersetzung in der Ukraine mit Russland entgegen seiner Interessenlage, nur weil die USA Russlands Putin an den Pranger stellen wollen, da dieser dabei ist, zusammen mit den BRICS Staaten die finanziellen Grundlagen ihrer Macht, die Weltlei(d)twährung Dollar nebst dem Petrodollar auszuhebeln, weil dieser schwindsüchtig ist und rasant an dem Wichtigsten einer Währung, die nicht goldgedeckt ist, das Vertrauen verliert.

Deutschland und ganz Europa werden hier vor den Karren gespannt, um im alleinigen Interesse der USA, Russlands Putin in die Knie zu zwingen und diesen gar zu stürzen, Europa trägt alle Risiken dieses hochgepuschten Zwistes, die USA nicht.

Wann werden wir Europäer endlich wach, um zu begreifen, dass eine Auseinandersetzung wegen der Ukraine dazu führt, dass unser Kontinent wieder seine Souveränität im Weißen Haus abgibt, an Einfluss in der Welt verliert und zwischen den Interessen anderer Kraftzentren zerrieben wird.

Vor hundert Jahren fing die europäische Tragödie an und Europa sollte nach hundert Jahren die Lehren daraus ziehen um diese Tragödie nicht weiter zu führen, sondern zu beenden, indem es sich Russland und den USA gleichermaßen zuwendet und im Ernstfall gleichermaßen beiden die gelbe Karte selbstbewusst aufzeigt!

Europas vertane Chancen.

Wenn man sich die heutige europäische Situation betrachtet, kommt man unwillkürlich zu dem Schluss, dass dieser Kontinent, zu dem auch Russland gehört, wieder einmal dabei ist, eine historische Chance zu vergeben, nämlich sich von der Supermacht USA zu emanzipieren, um in der Welt seine eigene Rolle zu finden, oder besser, diese wiederzufinden.



Ach Europa
Frieden ist dein höchstes Gut,
ihn mit Kompromissen zu bewahren, erfordert Mut.
Sträflich wurde dies im Osten versäumt,
der Frieden dort seine Positionen räumt.
Wer hätte es denn jemals gedacht,
dass der Dummheit Ehrgeiz wieder so schnell erwacht.
Lügen und Aggressionen sich wieder bündeln
und die Logiker der Unvernunft schon wieder zündeln.

(Strophe aus meinem Buch " Wir begehrten nicht auf!")



Verwundert und erschrocken zugleich schauen wir auf das, was sich in Europa wieder an Spannungen aufbaut und die meisten wissen wir nicht mehr, dass die Usachen in der Europäischen Tragödie, der Ursünde des Ersten Weltkriges 1914 und später 1919 des Versailler Friedensdiktats der Siegermächte zu finden ist.

Mit diesem "Friedensvertrag"wurde die politische Landschaft Europas ohne Not radikal verändert, die Zukunft irreparabel beschädigt und der Grundstein für weitere Auseinandersetzungen gelegt, obwohl ein Friedensvertrag dem Namen nach dem Frieden dienen soll. Mit dem von England und US-Präsident Wilson gewollten Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, den Ergebnissesn und Folgen des Versailler Vertrags, der die größte Wirtschaftsnation Europas darniederliegen lies, gab England seinen weltweiten Hegemonieanspruch und auch Europa seinen Einfluss in der Welt an die USA ab.

Die in 45 Jahren nach 1871 entstandene junge Nation Deutschland mit ihrer vorbildlichen, preußisch geprägten Verwaltung, Bildungssystem, vorbildlichem Wirtschaftswachstum durch eine allen vorrauseilende Wissenschaft und deren Erfindungsreichtum , welche den Nachbarstaaten um 20 Jahre voraus war, gepaart mit einem Sozialsystem, wurde von diesen aus purem Eigennutz zerstört und damit zugleich auch die Impulse, welche von diesem modernen Staatswesen ausgingen. Die Zerstörung des jungen deutschen Kaiserreichs zerstörte auch den Innovationsmotor in allen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und Kultur, der Europa gegenüber der Welt hätte herausheben können um seine Vormachtstellung zu bewahren. Diese Lücke konnte bis heute nicht geschlossen werden und auch heute lähmt man dieses wieder wirtschaftlich starke Deutschland, indem man dieses auch noch in die Schuldensümpfe anderer Staaten vertragswidrig hineinzieht.

So gelang es in der Vergangenheit vor und nach Napoleon I und dem Ersten Weltkrieg immer wieder, dass die Kriegsparteien in Europa in Verhandlungen, welche diesen Namen auch verdienten, sich einigten und jede ihr Gesicht wahren konnte, was bei der politisch von allen unseren Nachbarn erwünschten Zersplitterung Deutschlands in Kleinstaaterei auch kein Problem war.

Zum Beispiel beim Wiener Kongress, der in vielen Jahren eine europäische Neuordnung erreichte, welche sogar dem Aggressor Frankreich, welches unter Napoleon dem Ersten ganz Europa heimsuchte, seine Ehre nebst Staatsgebieten lies.

Nachdem Napoleon der Dritte die Kraft Frankreichs überschätzte und den von ihm erklärten Krieg gegen die verbündeten deutschen Einzelstaaten, des preußisch geführten Norddeutschen Bundes und der im Süden gelegenen deutschen Königtümer 1871 verlor, bildete sich unter dem deutschen Reichskanzler Bismarck unter preußischer Vorherrschaft das Deutsche Reich mit Wilhelm dem Ersten als von allen deutschen Kleinstaaten anerkanntes, alleiniges kaiserliches Staatsoberhaupt.

In Folge wuchs das Deutsche Reich zu einer wirtschaftlichen Größe in allen Industriebereichen mit einer Geschwindigkeit heran, welches den Nachbarn und England, auch den USA unheimlich wurde. Aber Deutschland wollte nur anerkannt werden, wirtschaftlich weiter wachsen und hatte keinerlei Gebietsanforderungen an seine Nachbarn und führte keine Eroberungskriege in aller Welt wie seine Nachbarn und besaß nur wenige Kolonien, die ihm letztlich widerwillig zugestanden wurden. Dass dem Deutschen Kaiserreich wirtschaftlich ständig wachsend, zwangsläufig eine immer größer werdende Dominanz zufiel, störte in seinem Umfeld ungemein. Zumal nun die gewohnten Machtstrukturen Europas der Vergangenheit mit einem politischen und ökonomischen Vakuum im Zentrum Europas, jetzt vom Deutschen Kaiserreich ausgefüllt und so zum Nachteil der etablierten Mächte verändert wurden. Eine in Jahrhunderten gewohnte Machtpolitik musste ihre Koordinaten ändern, weil diese nicht mehr wie gewohnt praktiziert werden konnten, da die vielen, vielen kleinen beeinflussbaren Deutschlands in einem gemeinsamen Staat nun vereinigt und so unverschämt waren alle anderen Nachbarn inklusive Englands wirtschaftlich in einem geradezu rasanten Tempo zu überholen.

Die weit vor 1914 schon fein gesponnenen Beistands- und Bündnisverpflichtungen, die um den stärksten Staat in Europa, also Deutschland gewoben wurden und schon immer Primat der Politik Englands waren, welches immer gegen den jeweils stärksten Staat Europas ein Bündnisnetz knüpfte, wie damals gegen Napoleon dem Ersten, trug mit der zwangsläufigen Kriegserklärung Deutschlands nach den Schüssen von Sarajewo mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Ferdinand und seiner Frau gegen Frankreich und Russland Früchte. Hier machte das Kaiserreich Wilhelms einen entscheidenden Fehler, indem es Österreich einen Freibrief in Form eines unbedingten Beistandspakts aussprach. Hier schon fehlte Bismarck! Österreich hätte dieses regional begrenzte Problem selbst lösen müssen und auch können. Aber Österreich setzte nun mit dem verbündeten Deutschland im Rücken, seiner Kriegserklärung an Serbien die verhängnisvolle europäische Bündniskaskade in Gang!

Niemals aber wollte Deutschland einen Krieg, erst recht nicht einen kräftezehrenden Zweifrontenkrieg. Wenn aber die beiden großen Nachbarn mobil machten und aufgrund von schon lange vor 1914 eingegangenen Bündnisverpflichtungen nicht einmal innehielten, war Deutschland ja geradezu gezwungen, einem Angriff zuvorzukommen.

Fortsetzung folgt....

Permalink: http://www.fortunanetz.de/tageskomments/2014/August/Aug13.php





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