Eurokrise täglich neu - verständlich erklärt

Fortunanetz investigativ

Wirtschaft täglich neu

Ihr Informationsportal mit Daten, Fakten, Hintergründen zu Euro, ESM und Finanzkrise.
Kommentare zu Politik und Wirtschaft auf über 1000 Webseiten präsentiert.
Schach den Eurokraten
   
     Kontakt       Impressum
Fortunanetz-Archiv


Mit Ihrer Kennung können Sie sich hier anmelden und haben sofort Zugang zu allen nicht öffentlichen Inhalten und Diensten.
Benutzername: Passwort:

Für eine Kennung registrieren Sie sich bitte kostenfrei: hier!



Gastkommentar 01. 04. 2014: Heiner Hannappel,Heiner Hannappel
Wir leben seit dem kältesten Krieg in einer Abhängigkeit von Russland



Die Signale aus Berlin sind widersprüchlich. Einerseits soll auf Drängen der USA und Mithilfe der politisch gesteuerten US Ratingagenturen im strategischen Eigeninteressen der USA eine harte Haltung gegen Russland gefahren werden. Andererseits brauchen wir Deutsche und Europa die Energielieferungen aus Russland wie das tägliche Brot. Das weiss Kanzlerin Merkel und stellt wirtschaftlichen Initiativen der Energiewirtschaft keine Steine in den Weg. Es ist auch der bessere Weg, über gemeinsame Interessen eine weitere Verschlechterung mit dem größten Flächenstaat der Welt mit seinen schier unerschöplichen Vorkommen aller Art entgegenzuwirken.

Kanzlein Merkel sollte gegenüber Obama und Putin klare Kante zeigen! Aber das wiederum funktioniert nur, wenn man weiss was man will und da habe ich bei Merkel so meine Zweifel.

Nun werden auch wieder unter den Außenministern beider Staaten, also der USA und Russland Gespräche geführt. Gut so. Besser míteinander als übereinander reden! Doch warum spielen nur die USA die federführende Rolle und nicht direkt und gleichberechtigt Europa? Wir in Europa haben eben keinen Staat mit Staatsspitze, Regierungschef nebst Kabinett zu bieten, sondern nur einen uneinigen, zerstrittenen Haufen von grenzenlosen Egoisten. Alleine die Interessen der Briten und Resteuropas könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier stehen sich der angloamerikanischer Rauptierkapitalismus und die soziale freie Martwirtschaft Ludwig Erhards gegenüber, wobei die letztere rasant an Boden verliert.

Die scheinheilige Einigkeit im Auftreten gegenüber Putin hat doch keinen Bestand, wenn es ums Eingemachte geht! Das weiss auch Putin. Kreuz und quer durch die Medien wird die Kraft des Westens hochgepuscht, Russland durch Sanktionen und Abflüssen von Kapital mithilfe der schlechten US Ratings in die Knie zu zwingen, obwohl man ohne Putin im Nahen Osten nichts bewirken kann. Ebenso in der Ukraine, wo der Westen auf ein moderates Verhalten Putins angewiesen ist. Die Krim muss man sowieso abschreiben, sosehr die Ukrainer auch schreien mögen. Das ist eben der Preis, den Kiew zahlen muss. Und das wird nicht der Letzte sein um die ukrainischen Grenzen stabil zu halten.

Wir leben seit dem kältesten Krieg schon in einer Abhängigkeit von Russland! Zuverlässig wurden wir immer mit Öl und Gas bedient und die ehemalige Sowjetunion , wie heute auch Russland waren immer vertragstreu!

Obama sprach kürzlich ein Junktim zwischen einer eiligen Unterzeichnung der geplanten Freihandeszone und einer ersatzweisen Übernahme der Öl und Gaslieferung aus , wenn diese denn von Russland gedrosselt werden sollten. Hier droht Europa und ganz gewiss Deutschland eine Energieabhängigkeit vom Großen Bruder, welche in einer zunehmenden, von den USA gewollten politischen Abhängigkeit münden wird. Haben wir durch die NSA nicht erfahren, wie die USA mit Verbündeten umgehen? Abgesehen davon , dass ich das Freihandelsabkommen TTIP ablehne, da es unsere Standards illusorisch machen wird, wünsche ich mir ein souveränes Europa, welches nicht bei jeder Gelegenheit seine Souveränität im Weissen Haus abgibt.

Russland hat ein riesengroßes Interesse an wirtschaftlichen Partnerschaften mit der deutschen und europäischen Industrie, weil seine unterentwickelt ist. Bei einer beiderseitigen Interessenlage kann ich hier keine Abhängigkeiten sehen, da wir in der Welt von allem und jedem abhängig sind. Wir sollten es uns reichlich überlegen, ob wir Bewährtes einer neuen Abhängigkeit opfern wollen, nur um wegen der Ukraine mit stumpfen Schwertern zu rasseln.

Putin ist ein kühler Stratege, welcher bei der Krim seine Chance wahrnahm. Er ist gewiss von einem lupenreinem Demokraten weit entfernt und entspricht so ganz und gar nicht unseren Vorstellungen eines demokratischen Staatsführers. Russland wird nun wegen der Annektion der Krim, welche dies überwiegend selbst wollte an den Pranger gestellt. Er tat dieses ohne Bomben und ohne direkte militärische Gewalt. Schon spricht der Noch-Generalsekretär Rassmussen von einer Ausweitung der Nato bis an die russischen Grenzen. Realtätsfremder geht´s nicht mehr.

Doch haben wir die USA einmal kritisch zur Rede gestellt , wenn diese einmarschierten wo sie es gerade wollten und für nötig hielten und außer in Deutschland nach 1945 überall nur Chaos und am Boden liegende Staaten hinterließen? Die USA aber zeigen mit dem Finger auf Putin, der internationales Recht brach. Doch dabei zeigen drei Finger auf sie selbst.

Heiner Hannappel Koblenz heiner.hannappel(at)gmx.de

Permalink: http://www.fortunanetz.de/tageskomments/2014/April/April01.php





Dieser Text hat 0 Kommentare



Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können...





Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.
Wenn Sie mögen, empfehlen Sie uns bitte weiter.


Verwandte Webseiten:        

Querschuesse
Der Macroanalyst
MMNEWS
Zurück...