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Gastkommentar 04. 01. 2013: Heiner Hannappel:
Diese Neujahrsrede der Kanzlerin war eine Zumutung.


Es reicht bei mir nur noch für ein Kopfschütteln, wenn unsere Kanzlerin Jahr für Jahr eine Neujahrsrede in der Tonlage von Märchenerzählern hält, wo klare Worte nötig wären. Sie spricht zu erwachsenen Menschen mit Lebenserfahrungen, welche sie in ihren abgehobenen Politikzirkeln jedoch gar nicht mehr wahrzunehmen scheint in vagen Umschreibungen der immer offener zu Tage tretenden Probleme Deutschlands!

Und Sie spricht zu der informiertesten Gesellschaft aller Zeiten in Deutschland, welche diesen wohltemperierten Formulierungen nur noch unbehaglich zuhört,wenn überhaupt! Gewerkschafter und Unternehmer machen unsere Gesellschaftmenschlicher, sagte die Kanzlerin.

Gut, es gibt solche lobenswerten Unternehmer.

Doch blendet die Kanzlerin hier nicht erfolgreich mit Placebo Formulierungen aus, dass die Arbeitnehmer mit Mini-Jobs, Teilzeit, Niedriglöhnen, ein Euro- Jobs, Aufstockerdemütigung, Hartz4, mit billiger heuern und feuern Mentalität zur Manöveriermasse rücksichtsloser Unternehmer geworden sind, von welchen es objektiv leider zuviele gibt.? Diese sich obendrein ihre Konkurenzfähigkeit auf dem Rücken der Steuerzahler vom Staat mitfinanzieren lassen.

Und will unsere Kanzlerin es nicht wahrhaben, dass diese Arbeitsplatz- wie die Lohnsituation unter vielen anderen Gründen die Hauptursache für fehlende Kinder ist, die zu einem unüberwindlichen Kostenfaktor werden, so Familiengründungen ausbleiben, Singlehaushalte zunehmen,zumal der Staat wegen falscher Prioritäten nicht in der Lage ist Eltern zu helfen, die beide berufstätig sein müssen um ihre Familien über die Runden zu bringen durch versprochene 220000 bereitstehende Krippenplätze inklusive Personal ?

Im Gegensatz zur Kanzlerin kann ich hier keine sicheren Zukunftsaussichten erkennen!

Nur so kann sie zu dieser Placebo-Formulierung kommen, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung hätten. Das diese Zahlen wahlwirksam vorsorglich geschönt wurden, möchte ich nur kurz erwähnen. Dass jede andere Regierung genau so handeln würde, darf aber keine Entschuldigung für solche Vernebelungen sein.

Wir gehen mit Sorgen in das Jahr 2013 und wissen selbst, dass das wirtschaftliche Umfeld schwieriger wird, wie die Kanzlerin mal gerade so erwähnte mit dem Hinweis nicht mutlos zu werden und das sogar als Ansporn zu nehmen. Doch das anschließend erwähnte medizinische Wunder kann als Placebo-Beruhigungspille schlecht herhalten wenn wir den Blick auf die Wirklichkeit unübersehbarer Schulden- Übernahmen und Bürgschaftsrisiken für ander Länder richten, welche unsere Kanzlerin mit ihrem Finanzministerzu verantworten hat.

Es treibt mich persönlich um bei den Gedanken, was bei der fragilen Situation weltweit und im besonderen Maße im Euroschuldenraum im Jahr 2013 an Lawinen größten Ausmaßes durch kleinste Erschütterungen losgetreten werden kann, denn die Kanzlerin und ihr Finanzminister sind sich noch nicht einmal in der Beurteilung der Krise einig!
Der Finanzminister erklärte, die Krise als beendet!
Die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache jedoch sagte, dass die Krise noch längst nicht überwunden ist!

Hier in diesem Punkt gebe ich der Kanzlerin uneingeschänkt Recht!
Bei den Worten, dass wir Geduld aufbringen müssen, nicht!
Für diese uns in den Ruin treibende Politik bringe ich keinen Funken Geduld mehr auf!
Diese Neujahrsansprache Merkels war wirklich eine Zumutung für uns!
Seit 18 Monaten sinkt in Folge der Einkaufseingang!
Der Einkaufsmanager-Index in Parade Deutschland sank von 46,8 Punkten im November auf 46,0 Punkte im Dezember! Die Produktion musste zurückgefahren werden und das schon 9 Monate in Folge! Soviel zu den Lobhudeleien der Regierung! Das Negative wird einfach ausgeblendet und die deutsche Welt sieht schön aus. Nun wählt mal schön.Doch bis zum September ist es noch lang hin.So lange beruhigt auch eine noch so hingesäuselte Neujahrsansprache nicht! Die ausgeblendeten Realitäten brechen bis zum September unübersehbar durch die geschönte Oberfläche und bringen schwere See!

Wer soll denn noch kaufen, wenn alle sparen sollen/müssen,.dabei wage ich gar nicht an die USA zu denken, denn wenn die sparen müssen, bekommt Deutschland eine Lungenentzündung!!!
Der gespannte Bogen vom demografischen Wandel über die Ordnung der Staatsfinanzen zur europäischen Schuldenkrise, über Wohlstand und inneren Zusammenhalt hin bis zu den Finanzmärkten und den Wegelagerern, den Banken mit den Placebo Worthülsen Balance in Einklang zu bringen, überzeugt nicht mehr, ohne genannte Zahlen der uns durch der Kanzlerin Politik entstandenen Kosten!

In dieser Neujahrsrede wurde zum Schluss unser Zusammenhalt beschworen! Aber wie sollen wir Deutsche an Zusammenhalt glauben, wenn schon unsere Regierung vom Bundesverfassungsgericht mehrfach zur demokratischen Ordnung gerufen werden musste, weil ihr Handeln auf dem europäischen Spielfeld die Rechte unseren Parlamentes beschädigte und wir zusehen müssen,wie unsere Demokratie sich anscheinend den Regeln der Finanzmärkte anpassen soll, so erodiert und die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards zu einem Fremdwort verkommt.

Heiner Hannappel
Koblenz
heiner.hannappel@ gmx.de





Stichworte: Neujahrsansprache, Arbeitslosigkeit, Schönfärberei

Namen: Merkel, Hannappel

Permalink: http://www.fortunanetz.de/tageskomments/2013/Januar/Jan04.php





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